Der Traum von den eigenen vier Wänden ist für viele ein wichtiges Lebensziel. Doch bevor man sich auf die Immobiliensuche begibt, sollte man sich eine zentrale Frage stellen: Wie viel Immobilie kann ich mir tatsächlich leisten – langfristig, sicher und realistisch?
Die Antwort darauf hängt nicht nur vom Einkommen ab. Entscheidend sind auch die Lebenshaltungskosten, das vorhandene Eigenkapital, die aktuelle Zinslage und die oft unterschätzten Nebenkosten beim Immobilienkauf.
Haushaltsrechnung – die finanzielle Basis
Der erste Schritt besteht darin, Ihre finanzielle Situation ehrlich zu bewerten. Eine Haushaltsrechnung gibt einen klaren Überblick über die monatlichen Einnahmen und Ausgaben und hilft, eine tragbare Kreditrate zu definieren.
Angenommen, eine alleinstehende Person verfügt über ein monatliches Nettoeinkommen von 3.000 €. Nach Abzug von Lebenshaltungskosten, Versicherungen, Mobilität, Freizeit und Rücklagen bleiben in vielen Fällen etwa 700–900 € monatlich übrig, die für eine Kreditrate genutzt werden könnten.
Die Banken gehen dabei konservativer vor und rechnen mit einer sogenannten Haushaltspauschale. Diese beträgt – je nach Institut – zwischen 750 und 1.000 € pro erwachsene Person, zuzüglich 250–400 € pro Kind.
Zinsen und Tilgung
Die monatliche Rate einer Finanzierung setzt sich grundsätzlich aus zwei Bestandteilen zusammen: dem Zinsanteil und dem Tilgungsanteil. Ein häufig verwendetes Tilgungsmodell basiert auf einer Anfangstilgung von 2 % zuzüglich des jeweils vereinbarten Zinssatzes.
Zur Veranschaulichung ein Beispiel: Bei einer Finanzierungssumme von 250.000 Euro, einem Zinssatz von 3 % und einer Tilgung von 2 % ergibt sich eine monatliche Rate von etwa 1.040 Euro.
Diese Rate kann jedoch je nach Darlehenshöhe und den individuell vereinbarten Konditionen variieren. Grundsätzlich gilt: Eine höhere Tilgung führt zu einer schnelleren Rückzahlung des Darlehens, bedeutet jedoch auch eine höhere monatliche Belastung. Deshalb ist es entscheidend, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Tilgung und monatlicher Leistungsfähigkeit zu finden. In der Praxis empfiehlt sich meist eine Tilgung zwischen 2 und 3 %, insbesondere in Zeiten moderater oder steigender Zinsen.
Nebenkosten – der oft vergessene Posten
Beim Immobilienkauf fallen zusätzlich zum eigentlichen Kaufpreis weitere Kosten an. Dazu zählen:
Grunderwerbsteuer (je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 %, in Baden-Württemberg: 5 %)
Notar- und Grundbuchkosten (ca. 1,5–2 %)
Maklergebühr, sofern ein Makler involviert ist (häufig 3–3,5 % plus MwSt.)
Diese Kosten summieren sich auf rund 10 % des Kaufpreises.
Eigenkapital – wie viel solltest du einbringen?
Grundsätzlich gilt: Je mehr Eigenkapital Sie mitbringen, desto günstiger werden die Konditionen. Banken erwarten in der Regel, dass Sie mindestens die Nebenkosten selbst tragen. Wer zusätzlich noch einen Teil des Kaufpreises – idealerweise 10–20 % – mit Eigenmitteln finanzieren kann, reduziert seine monatliche Belastung und bekommt oft deutlich bessere Zinskonditionen.
Wie viel Immobilie Sie sich leisten können, hängt maßgeblich von Ihrer monatlichen Leistungsfähigkeit und dem vorhandenen Eigenkapital ab. Pauschal lässt sich sagen:
Wer rund 800 € monatlich für eine Finanzierung zur Verfügung hat, kann – bei marktüblichen Zinsen – einen Kredit zwischen 180.000 und 220.000 € stemmen.
Mit 1.200 € monatlich sind häufig Finanzierungen bis etwa 300.000 € realistisch.
Eigenkapital in Höhe von 10–20 % des Kaufpreises sorgt für stabile Konditionen und reduziert das Risiko.
Dazu kommen individuelle Faktoren wie Förderungen, mögliche Sondertilgungen oder familiäre Unterstützung – hier lohnt sich ein Beratungsgespräch, um alle Optionen auszuwerten.
Hinweis: Alle Zahlen und Rechenbeispiele dienen nur zur Orientierung und stellen keine verbindliche Finanzierungszusage dar.
Die Finanzkanzlei in Südbaden steht Ihnen bei Fragen gerne zur Verfügung.
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