In unserer Reihe – dem Finanz-ABC – erklären wir zu jedem Buchstaben drei zentrale Begriffe aus der Finanzwelt. Klar und prägnant – perfekt für alle, die sich auf das Wesentliche konzentrieren. Viel Spaß beim Entdecken und Durchstarten!
Laufzeit
Die Laufzeit ist die Zeitspanne, über die ein Kreditvertrag oder ein Finanzierungsprodukt abgeschlossen wird – also vom Zeitpunkt der Auszahlung bis zur vollständigen Rückzahlung der Schuld. Sie ist einer der zentralen Faktoren bei der Gestaltung eines Immobiliendarlehens, da sie maßgeblich über die Höhe der monatlichen Rate und die gesamten Zinskosten entscheidet.
Ein anschauliches Beispiel ist eine Immobilienfinanzierung über 500.000 € bei einem effektiven Jahreszins von 4,5 %. Hier zwei typische Varianten:
Laufzeit 15 Jahre
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Monatsrate: ca. 3.824 €
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Gesamtkosten: 688.296 €
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Zinsanteil: 188.296 €
Diese Variante führt zu einer schnellen Schuldenfreiheit und einer deutlichen Zinsersparnis – setzt aber ein sehr gutes Einkommen oder Vermögen voraus, da die monatliche Rate vergleichsweise hoch ist.
Laufzeit 30 Jahre
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Monatsrate: ca. 2.533 €
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Gesamtkosten: 911.973 €
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Zinsanteil: 411.973 €
In dieser Variante sind die Raten deutlich niedriger und daher auch für Normalverdiener oft tragbar – allerdings entstehen rund 223.000 € mehr Zinskosten über die gesamte Laufzeit.
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Liquidität
Der Begriff Liquidität beschreibt die Fähigkeit eines Kunden, seine Zahlungsverpflichtungen pünktlich erfüllen zu können – also „flüssig“ zu sein. Sie ist entscheidend für die Kreditwürdigkeit eines Kunden und daher ein zentrales Prüfkriterium im Finanzierungsprozess.
Ein typischer Fall: Ein Kunde verdient netto 3.200 €, hat laufende Kosten (Miete, Strom, Versicherungen, Leasingrate etc.) in Höhe von 2.100 €. Damit verbleiben ihm 1.100 € an monatlich frei verfügbarer Liquidität. Die Banken arbeiten hier mit Pauschalbeträge. Diese können bei den verschiedenen Kreditinstituten variieren. Meist gilt: nicht mehr als 30–40 % des monatlichen Haushaltseinkommens sollten für Kredite verwendet werden.
Auch Rücklagen (z. B. Ersparnisse oder Vermögenswerte) spielen eine Rolle. Hat ein Kunde z. B. 10.000 € auf einem Tagesgeldkonto, verbessert das seine Liquiditätsbewertung – selbst wenn sein monatliches Einkommen knapp kalkuliert ist. Für Selbstständige oder Unternehmen wird die Liquidität meist über betriebswirtschaftliche Auswertungen (BWA), Kontoauszüge oder Liquiditätsplanungen nachgewiesen. Hierbei werden auch die vergangenen Jahresabschlüsse für eine bessere Progniose herangezogen. Dadurch sehen die Banken wie „gesund“ ein Betrieb ist.
Für Finanzierungsvermittler bedeutet das: Die Einschätzung der Liquidität ist essenziell, um überhaupt eine Bank zu finden, die bereit ist, den Antrag zu prüfen. Schlechte oder unklare Liquiditätsangaben führen oft zu Absagen – gute Aufbereitung kann den Unterschied machen.
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Lead
Ein Lead ist im Vertrieb, ein potenzieller Kunde, der Interesse an einem Finanzierungsprodukt gezeigt hat – beispielsweise durch eine Online-Anfrage, einen Telefonanruf oder ein Beratungsgespräch. Leads sind der Ausgangspunkt für nahezu jede Vertriebstätigkeit.
Ein Lead enthält in der Regel Kontaktdaten und erste Informationen zum Finanzierungswunsch, z. B. Darlehenshöhe, Verwendungszweck, Einkommenssituation oder Objektangaben (bei Immobilienfinanzierung). Finanzvermittler erhalten solche Leads entweder über eigene Kanäle z. B. Website, Social Media. Die Kosten für einen Lead variieren je nach Qualität stark – zwischen 10 € für einfache Konsumkreditleads bis zu über 100 € für qualifizierte Baufinanzierungsleads.
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